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Padel-Regeln: das Regelwerk Schritt für Schritt erklärt

Die Padel-Regeln lernt man an einem Nachmittag: Wer den Ball ein paar Mal übers Netz bringt, kann nach wenigen Minuten ein Match spielen. Trotzdem gibt es drei oder vier Regeln,...

Die Padel-Regeln lernt man an einem Nachmittag: Wer den Ball ein paar Mal übers Netz bringt, kann nach wenigen Minuten ein Match spielen. Trotzdem gibt es drei oder vier Regeln, die am Anfang fast alle falsch verstehen: wie aufgeschlagen wird, wann der Ball nach dem Kontakt mit einer Wand noch im Spiel ist und was passiert, wenn er ins Gitter geht.

Dieser Ratgeber fasst das Regelwerk zusammen – mit den offiziellen Maßen, dem Aufschlag, der Zählweise, dem Spiel über die Wände und den häufigsten Fehlern. Grundlage sind die Padelregeln des Internationalen Padelverbands (FIP) in der seit dem 1. Januar 2026 geltenden Fassung, an der sich die nationalen Verbände und die meisten Clubs orientieren.

Wie Padel gespielt wird: die Grundlagen

Padel wird fast immer im Doppel gespielt, zwei gegen zwei, auf einem Platz, der von Wänden und Metallgitter umschlossen ist. Man schlägt den Ball mit einem Padelschläger ohne Bespannung, und das Ziel ist dasselbe wie beim Tennis: Der Gegner soll ihn nicht mehr zurückspielen können.

Der große Unterschied sind die Wände. Nachdem der Ball auf dem Boden aufgesprungen ist, darf er von ihnen abprallen und bleibt im Spiel. Das verlängert die Punkte, und lange Ballwechsel sind die Regel, nicht die Ausnahme.

Und eine Regel bringt alles auf den Punkt: Der Ball darf in deinem Feld nur einmal aufspringen, bevor du ihn zurückspielst. Springt er zweimal auf, geht der Punkt an den Gegner.

Der Padelplatz: Maße und Elemente

Offizielle Maße

Der Platz ist 20 Meter lang und 10 Meter breit (Innenmaße), und ein Netz teilt ihn in zwei gleich große Hälften.

Das Netz ist in der Mitte 88 Zentimeter und an den Enden 92 Zentimeter hoch. Deshalb geht der Ball in der Mitte mit mehr Spielraum drüber.

In jeder Hälfte liegt die Aufschlaglinie 6,95 Meter vom Netz entfernt, und eine Mittellinie teilt diesen Bereich in zwei Aufschlagfelder.

Wände, Glas und Gitter

Die Rückwände sind 4 Meter hoch: Die unteren 3 Meter sind Wand (aus Glas oder Mauerwerk), der obere Meter ist Metallgitter.

Die Seiten kombinieren Wandabschnitte an den Rückwänden mit Metallgitter auf der restlichen Länge. Das Regelwerk erlaubt zwei Varianten für die Seitenwände; bei der Glasvariante hat jedes Ende einen Glasabschnitt von 3 Metern Höhe und 4 Metern Länge.

Im Spiel ist der Unterschied wichtig: Das Glas gibt den Ball berechenbar zurück, das Gitter nicht. Ein Abpraller vom Gitter kommt meist tot und in einem seltsamen Winkel heraus.

Der Aufschlag

So wird aufgeschlagen

Aufgeschlagen wird immer unterhalb der Hüfte: Im Moment des Treffpunkts muss der Ball auf Hüfthöhe oder darunter sein. Einen Überkopfaufschlag wie beim Tennis gibt es nicht.

Wer aufschlägt, lässt den Ball hinter der Aufschlaglinie einmal auf den Boden springen und schlägt ihn dann. Mindestens ein Fuß muss den Boden berühren, und weder die Aufschlaglinie noch die gedachte Verlängerung der Mittellinie darf betreten werden.

Der Aufschlag geht diagonal ins gegenüberliegende Aufschlagfeld des Gegners, und pro Punkt gibt es zwei Versuche – genau wie beim Tennis.

Wann es ein Fehler ist

Ein Fehler liegt vor, wenn der Ball nicht im richtigen Aufschlagfeld aufspringt, wenn der Aufschläger auf die Linie tritt oder wenn der Ball ihn selbst oder seinen Partner trifft.

Springt der Ball im richtigen Feld auf und berührt dann das Metallgitter, bevor er ein zweites Mal aufkommt, ist das ein Fehler. Das ist die Situation, über die auf dem Platz am meisten diskutiert wird.

Springt der Ball dagegen im Feld auf und trifft danach das Glas, ist der Aufschlag gültig und der Punkt läuft weiter.

Berührt der Aufschlag das Netz und landet im richtigen Feld, ohne danach das Gitter zu treffen, wird er wiederholt („Netz“). Und der Rückschläger darf den Aufschlag nicht volley nehmen: Er muss ihn aufspringen lassen.

Wer aufschlägt, von wo und wann die Seiten gewechselt werden

Der erste Aufschlag jedes Spiels erfolgt von der rechten Seite, danach wird bei jedem Punkt die Seite gewechselt.

Zu Beginn jedes Satzes entscheidet jedes Paar, welcher der beiden Spieler zuerst aufschlägt, und diese Reihenfolge gilt für den ganzen Satz. Derselbe Spieler schlägt ein komplettes Spiel auf; beim nächsten Aufschlagspiel seines Paares ist sein Partner dran.

Auch das rückschlagende Paar legt fest, wer im ersten Spiel zuerst returniert, und diese Reihenfolge bleibt während des Satzes bestehen.

Die Paare wechseln die Platzseite nach dem ersten, dem dritten und jedem weiteren ungeraden Spiel des Satzes. Im Tiebreak wird alle sechs Punkte gewechselt.

Die Zählweise

Punkte, Spiele und Sätze

Gezählt wird wie beim Tennis: 15, 30, 40 und Spiel. Einen Satz gewinnt, wer 6 Spiele mit zwei Spielen Vorsprung holt; bei 5:5 muss man auf 7:5 kommen, und bei 6:6 wird ein Tiebreak gespielt. Matches werden in der Regel auf zwei Gewinnsätze gespielt.

Der Tiebreak

Im Tiebreak wird fortlaufend gezählt (1, 2, 3 …), und es gewinnt das Paar, das zuerst 7 Punkte mit zwei Punkten Vorsprung erreicht. Der Satz endet 7:6.

Was bei 40:40 passiert: Vorteil, Star Point oder Golden Point

Das Regelwerk der FIP sieht drei Möglichkeiten vor, den Gleichstand bei 40 aufzulösen:

  • Klassischer Vorteil. Man muss zwei Punkte in Folge gewinnen, um das Spiel zu beenden.
  • Star Point. Es werden bis zu zwei Vorteile gespielt; steht es danach wieder 40:40, entscheidet ein einziger Punkt („Star Point“) das Spiel.
  • Golden Point. Ohne Vorteil: Bei 40:40 wird ein einziger entscheidender Punkt gespielt.

Beim entscheidenden Punkt wählt das rückschlagende Paar die Seite, auf der es den Aufschlag annimmt. Keine der drei Varianten ist „die“ allgemeingültige Regel: Jeder Wettbewerb und jeder Club legt fest, welche gilt – am besten vor dem Match nachfragen.

Der Ball und die Wände

Wann der Ball im Spiel bleibt

Die Grundregel ist einfach: Dein Schlag muss zuerst auf dem Boden der gegnerischen Hälfte aufspringen. Nach diesem Aufsprung darf der Ball Glas oder Gitter berühren, und der Punkt läuft weiter; der Gegner darf ihn nach dem Abpraller zurückspielen.

Auch du darfst deine eigenen Wände nutzen. Sobald der Ball in deinem Feld aufgesprungen ist, kannst du warten, bis er von deinem Glas zurückkommt. Und du darfst ihn gegen deine eigene Wand schlagen, damit er auf die andere Seite geht – vorausgesetzt, er springt danach in der gegnerischen Hälfte auf.

Was du nicht darfst: ihn gegen dein eigenes Metallgitter spielen. Berührt der Ball nach deinem Schlag das Gitter oder den Boden auf deiner Seite, geht der Punkt an den Gegner.

Wann der Punkt verloren ist

Trifft dein Schlag die Wand oder das Gitter des Gegners, bevor er auf dessen Boden aufspringt, verlierst du den Punkt.

Springt der Ball zweimal in deinem Feld auf, ist der Punkt verloren.

Berührt der Ball das Netz und geht nicht hinüber oder fliegt er aus dem Platz, ohne in der gegnerischen Hälfte aufzuspringen, verlierst du den Punkt ebenfalls.

Und trifft der Ball dich oder deinen Partner am Körper, an der Kleidung oder an irgendetwas anderem als dem Schläger, geht der Punkt an den Gegner.

Außerhalb des Platzes spielen

Springt der Ball in deinem Feld auf und verlässt dann den Platz, darfst du auf Plätzen, die das zulassen, hinauslaufen und ihn zurückspielen, bevor er ein zweites Mal aufspringt.

Erlaubt ist das nur, wenn die Anlage die im Regelwerk vorgeschriebenen Sicherheitsabstände erfüllt. Ist das nicht der Fall, bekommt bei einem Ball, der nach einem korrekten Aufsprung den Platz verlässt, derjenige den Punkt, der ihn geschlagen hat.

Die häufigsten Fehler

Das Netz berühren. Weder du noch dein Schläger noch deine Kleidung dürfen das Netz, die Pfosten oder die gegnerische Hälfte berühren, solange der Ball im Spiel ist.

Den Ball schlagen, bevor er das Netz überquert hat. Du musst warten, bis der Ball in deiner Hälfte ist.

Doppelschlag. Jedes Paar schlägt den Ball nur einmal: Es ist ein Fehler, ihn zweimal zu berühren oder ihn von beiden Spielern schlagen zu lassen, ob gleichzeitig oder nacheinander.

Den Ball mit dem Körper berühren. Erlaubt ist nur der Schläger.

Die Ausrüstung: Was das Regelwerk sagt

Der Padelschläger hat keine Bespannung: Er hat eine gelochte Schlagfläche und ist höchstens 45,5 Zentimeter lang, 26 Zentimeter breit und 38 Millimeter dick. Er muss eine Sicherheitsschlaufe haben, die verpflichtend am Handgelenk getragen wird.

Der Ball ähnelt einem Tennisball, hat aber etwas weniger Druck. Laut Regelwerk wiegt er zwischen 56,0 und 59,4 Gramm, hat einen Durchmesser zwischen 6,35 und 6,77 Zentimetern und muss, aus 2,54 Metern fallen gelassen, zwischen 135 und 145 Zentimeter hoch springen. Sein Innendruck liegt zwischen 4,6 und 5,2 Kilogramm pro 2,54 Quadratzentimeter.

Was diese Werte auf dem Platz bedeuten und welche Modelle sich lohnen, erklären wir in unserem Ratgeber zu Padelbällen.

Padel-Regeln und Tennisregeln: die Unterschiede

Die Zählweise ist dieselbe, und damit enden die Gemeinsamkeiten, die wirklich zählen. Padel wird fast immer im Doppel gespielt, auf einem kleineren, geschlossenen Platz; aufgeschlagen wird unterhalb der Hüfte, der Schläger hat keine Bespannung, und die Wände gehören zum Spiel.

Wer vom Tennis kommt, tut sich am schwersten damit, nicht mehr mit voller Wucht zu schlagen: Die Wand bringt fast alles zurück, und Geduld gewinnt mehr Punkte als Power.

Regeltipps für Einsteiger

Wenn du gerade anfängst, konzentriere dich auf drei Dinge: Lass den Ball aufspringen, bevor du mit den Wänden spielst, schlag immer unterhalb der Hüfte und diagonal auf, und sprich dich mit deinem Partner ab. Die meisten Punkte gehen durch Hektik verloren, nicht durch eine exotische Regel.

Für einen guten Start kommt es auch auf den Schläger an. In unserem Ratgeber zur Schlägerwahl nach Spielniveau findest du die wichtigsten Kriterien, und eine leichte, einfach zu handhabende Option ist der Adidas RX Series Light 2026. Wenn du lieber vergleichst, findest du hier unser komplettes Sortiment an Padelschlägern.

Wer bei Zweifeln entscheidet

Im Wettkampf entscheidet der Oberschiedsrichter, und seine Entscheidung über Spielsituationen ist endgültig.

Bei Clubmatches klären die vier Spieler Zweifelsfälle untereinander. Hat niemand die Situation klar gesehen, wird der Punkt üblicherweise wiederholt.

Häufige Fragen zu den Padel-Regeln

Darf man über Kopf aufschlagen? Nein. Beim Aufschlag springt der Ball immer zuerst auf, und er wird auf Hüfthöhe oder darunter getroffen.

Wie viele Aufschläge hat man? Zwei pro Punkt. Gehen beide daneben, ist es ein Doppelfehler, und der Punkt geht an den Gegner.

Darf der Ball nach dem Aufspringen das Gitter berühren? Ja, im Ballwechsel. Beim Aufschlag nicht: Berührt er nach dem Aufsprung im Aufschlagfeld das Gitter, ist es ein Fehler.

Darf ich den Ball gegen meine eigene Wand spielen? Ja, gegen das Glas oder die Wand deiner Hälfte, sofern er danach in der gegnerischen Hälfte aufspringt. Gegen dein eigenes Metallgitter nicht.

Darf man den Aufschlag volley nehmen? Nein. Der Rückschläger muss den Ball aufspringen lassen.

Ist der Golden Point Pflicht? Nein. Das Regelwerk sieht den klassischen Vorteil, den Star Point und den Golden Point vor; jeder Wettbewerb oder Club entscheidet, welche Variante gilt.

Wie lange dauert ein Match? Ein Match auf zwei Gewinnsätze dauert meist zwischen 60 und 90 Minuten – je nachdem, wie ausgeglichen es ist und welches Zählsystem gilt.

Darf ich das Netz berühren, wenn der Punkt schon vorbei ist? Ja. Das Verbot gilt nur, solange der Ball im Spiel ist.

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