
Die Padel Regeln lernt man an einem Nachmittag, aber drei oder vier werden fast immer falsch verstanden: der Aufschlag, wann der Ball nach dem Kontakt mit der Glaswand noch im Spiel ist, und was passiert, wenn er in die Gitterwand geht.
Dieser Ratgeber fasst das komplette Regelwerk zusammen: die offiziellen Maße des Spielfelds, die Zählweise, den Aufschlag, das Spiel über die Wände und die häufigsten Fehler. Grundlage sind die Regeln der Internationalen Padel-Föderation (FIP).
Eine Anmerkung zur Schreibweise: Bei Google wird am häufigsten «padel regeln» gesucht, genau so geschrieben. Gemeint sind dieselben Spielregeln.
Was ist Padel
Padel ist eine Rückschlagsportart, die im Doppel gespielt wird, zwei gegen zwei, auf einem Platz, der von Glaswänden und Gitterwänden umschlossen ist.
Man schlägt den Ball mit einem Padelschläger ohne Saiten, und das Ziel ist, dass der Ball zweimal im gegnerischen Feld aufkommt – wie beim Tennis.
Der Unterschied liegt in den Wänden: Hier bleibt der Ball nach dem Abprall vom Glas im Spiel, und genau das macht die Ballwechsel deutlich länger.
Padel ist ein Trendsport, der schnell wächst, weil er leicht zu lernen ist und schon nach zwei Stunden Spaß macht.
Das Spielfeld: Maße und Aufbau
Die offiziellen Maße
Der Padel Court misst 20 Meter in der Länge und 10 Meter in der Breite, also 200 Quadratmeter, geteilt durch ein Netz in der Mitte.
Er ist deutlich kleiner als ein Tennisplatz, und deshalb decken zwei Paare das Feld ab, ohne ständig sprinten zu müssen.
Das Netz läuft über die gesamten 10 Meter Breite und ist 88 Zentimeter hoch in der Mitte und 92 Zentimeter an den Pfosten.
Die Linien
Die Aufschlaglinie liegt 6,95 Meter vom Netz entfernt, auf beiden Seiten des Feldes.
Eine Mittellinie teilt die beiden Aufschlagfelder, jedes davon 5 Meter breit.
Weitere Linien gibt es im Feld nicht: Der restliche Boden ist durchgehend Spielfläche.
Glas und Gitter
Die Rückwände sind 4 Meter hoch: 3 Meter Glaswände und darüber 1 Meter Gitter.
Der Unterschied ist im Spiel entscheidend. Das Glas gibt den Ball berechenbar zurück, die Gitterwände nicht: Ein Abpraller vom Gitter kommt tot und in einem unberechenbaren Winkel heraus.
Der Aufschlag
So wird aufgeschlagen
Beim Aufschlag wird der Ball unterhalb der Hüfthöhe getroffen, immer von unten, nie über dem Kopf wie beim Tennis.
Der Aufschläger muss den Ball vorher auf dem Boden aufspringen lassen. Aus der Luft darf nicht geschlagen werden.
Mindestens ein Fuß muss auf dem Boden und hinter der Aufschlaglinie bleiben.
Der Aufschlag geht diagonal über das Netz in das gegenüberliegende Aufschlagfeld, und man hat zwei Versuche pro Punkt.
Wann der Aufschlag ein Fehler ist
Fehler, wenn der Ball nicht im richtigen Aufschlagfeld aufkommt oder der Aufschläger die Linie übertritt.
Springt der Ball im richtigen Feld auf und berührt danach die Gitterwand, ist es ein Fehler. Das ist der am meisten diskutierte Punkt auf dem Platz.
Berührt der Ball dagegen nach dem Aufspringen die Glaswand, ist der Aufschlag gültig und der Punkt läuft weiter.
Streift der Aufschlag das Netz und landet im richtigen Feld, wird wiederholt: ein Let, der keinen Versuch kostet.
Wer aufschlägt und von wo
Begonnen wird immer von der rechten Seite, danach wird nach jedem Punkt die Seite gewechselt.
Innerhalb eines Teams schlägt derselbe Spieler das ganze Spiel auf. Beim nächsten eigenen Aufschlagspiel ist der Partner an der Reihe.
Die Zählweise
Punkte und Spiele
Die Padel Zählweise ist die des Tennis: 15, 30, 40 und Spiel. Es braucht vier Punkte mit zwei Punkten Abstand.
Bei 40-40 geht es in den Einstand, und man muss zwei Punkte in Folge gewinnen, um den Vorteil in ein Spiel zu verwandeln.
Satz und Match
Ein Satz wird mit 6 Spielen und zwei Spielen Vorsprung gewonnen. Ein Match geht über zwei Gewinnsätze.
Der Tie Break
Steht es 6-6, entscheidet ein Tie Break: Wer zuerst 7 Punkte mit zwei Punkten Abstand erreicht, gewinnt den Satz.
Viele Turniere spielen zusätzlich den Golden Point: Bei 40-40 entscheidet ein einziger Punkt, ohne Vorteile.
Das Spiel über die Wände
Wann der Ball im Spiel bleibt
Die Grundregel: Der Ball darf erst auf dem Boden der gegnerischen Hälfte aufkommen.
Nach diesem Aufkommen darf der Ball Glas oder Gitter berühren und bleibt im Spiel. Du kannst ihn nach dem Abprall normal zurückspielen.
Du darfst auch deine eigenen Wände nutzen, um den Ball auf die andere Seite zu bringen. Das ist ausdrücklich erlaubt.
Wann der Punkt verloren ist
Berührt dein Schlag die gegnerische Wand, bevor der Ball dort auf dem Boden aufgekommen ist, geht der Punkt an den Gegner.
Springt der Ball zweimal in deiner Hälfte auf, ist der Punkt weg. Ebenso, wenn er dich oder deinen Partner am Körper trifft.
Volley und Rückschlag
Der Volley ist erlaubt: Der Ball darf aus der Luft gespielt werden, bevor er den Boden berührt.
Die einzige Ausnahme ist der Return: Beim Rückschlag des Aufschlags muss der Ball erst aufspringen.
Und ein Detail, das viele nicht kennen: Der Ball darf erst geschlagen werden, wenn er die Netzebene überquert hat.
Aus dem Platz laufen
Es ist erlaubt, durch die seitlichen Türen nach draußen zu laufen, um einen Ball zu erreichen, der nach dem Aufspringen aus dem Feld geflogen ist.
Der Punkt läuft weiter, solange der Ball nicht zweimal aufgekommen ist.
Die häufigsten Fehler
Das Netz berühren mit Körper, Schläger oder Kleidung, während der Ball im Spiel ist.
Ins gegnerische Feld greifen: Der Schläger darf beim Schlag nicht über das Netz.
Doppelschlag: Der Ball wird pro Team nur einmal gespielt.
Mit etwas anderem als dem Schläger treffen: Punkt verloren.
Unterschiede zu Tennis und Squash
Die Zählweise ist beim Tennis identisch, und damit enden die wichtigen Gemeinsamkeiten.
Beim Padel wird von unten aufgeschlagen, der Padelschläger hat keine Saiten und die Wände gehören zum Spiel. Der Platz ist deutlich kleiner als ein Tennisplatz.
Mit Squash verbindet Padel nur die Wände. Beim Squash schlägt man direkt gegen die Wand, beim Padel muss der Ball zuerst im gegnerischen Feld aufkommen.
Das Material nach Regelwerk
Der Padelschläger hat keine Saiten, sondern eine gelochte Schlagfläche: maximal 45,5 Zentimeter lang, 26 breit und 38 Millimeter dick, mit Sicherheitsschlaufe am Handgelenk.
Ein Schläger wiegt zwischen 350 und 390 Gramm.
Der Padelball wiegt zwischen 56,0 und 59,4 Gramm, misst 6,35 bis 6,77 Zentimeter im Durchmesser und ist etwas geringer gefüllt als ein Tennisball.
Woher Padel kommt
Padel entstand 1969 in Acapulco in Mexiko, als Enrique Corcuera auf seinem Grundstück einen von Mauern umschlossenen Platz bauen ließ.
Von Mexiko aus kam die Sportart nach Spanien und Argentinien, wo sie zum Massensport wurde.
Heute ist Padel auch in Deutschland angekommen: Immer mehr Menschen entdecken die Sportart, weil sie schnell Spielgefühl vermittelt und in jedem Alter funktioniert.
Padel als Sport und Fitness
Eine Stunde Padel ist ein vollwertiges Fitness-Training: kurze Sprints, Richtungswechsel und ständige Konzentration.
Anders als beim Tennis ist die Einstiegshürde niedrig. Unter den technischen Aspekten ist der Aufschlag von unten der Grund, warum Anfänger schon in der ersten Stunde Ballwechsel zustande bringen.
Der Padel Schläger und die Marken
Ein Padel Schläger hat keine Saiten, sondern eine gelochte Fläche aus Carbon oder Fiberglas mit einem Kern aus EVA-Gummi oder Schaum.
Bekannte Marken sind Bullpadel, Nox, Adidas, Head und Babolat. Für den Einstieg zählt das Gewicht mehr als der Name auf dem Rahmen.
Die wichtigsten Regeln in Kürze
Ein Spiel wird im Best-of-Three-Format gespielt: Im Normalfall wird auf zwei gewonnene Sätze gespielt.
Der Ball darf auf der eigenen Seite nur einmal den Boden berühren. Beim zweiten Aufkommen ist der Punkt weg.
Berührt der Ball das Netz und kommt nicht hinüber, oder trifft er einen Spieler, verliert dieses Team den Punkt.
Der Ball muss im gegnerischen Feld aufspringen, bevor er eine Wand berühren darf. Diese Reihenfolge ist die wichtigste Regel im ganzen Regelwerk.
Tipps für Anfänger
Erstens: Warte auf den Abprall von der Glaswand, statt hinterherzuhechten. Fast jeder verloren geglaubte Ball kommt spielbar zurück.
Zweitens: Die Position zählt mehr als die Härte. Das Team am Netz kontrolliert den Ballwechsel.
Drittens: Die meisten Punkte entstehen durch Fehler des Gegners, nicht durch Winner. Den Ball einfach zurückbringen ist schon die halbe Miete.
Ein Spielstand als Beispiel
Ein Beispiel macht die Zählweise schneller klar als jede Tabelle.
Dein Team gewinnt den ersten Ballwechsel: 15-0. Der Gegner holt zwei Punkte: 15-30. Du gleichst aus: 30-30, dann 40-30. Noch ein Punkt und das Spiel gehört dir.
Steht es 40-40, geht es in den Einstand. Mit Vorteil und einem weiteren Punkt ist das Spiel gewonnen, sonst geht es zurück auf Einstand.
Sechs gewonnene Spiele mit zwei Spielen Abstand ergeben den Satz. Bei 6-6 entscheidet der Tie Break, bei 5-5 kann der Satz auch 7-5 enden.
Etikette auf dem Platz
Vor dem Spiel werden ein paar Minuten eingeschlagen, danach entscheidet ein Losentscheid über Aufschlag und Seite.
Zwischen den Punkten hat man rund zwanzig Sekunden, beim Seitenwechsel neunzig. In Vereinen wird das selten streng genommen, in Turnieren schon.
Bei Zweifeln entscheidet in Turnieren der Schiedsrichter. Im Vereinsspiel gilt: Wer den Ball auf seiner Seite nicht klar gesehen hat, gibt ihn dem Gegner – oder der Punkt wird wiederholt.
Häufige Fragen zu den Padel Regeln
Darf man von oben aufschlagen? Nein. Der Aufschlag erfolgt immer unterhalb der Hüfthöhe und nach einem Aufsetzer.
Wie viele Aufschläge hat man? Zwei pro Punkt, wie beim Tennis.
Darf der Ball die Gitterwand berühren? Im Ballwechsel ja, nach dem Aufspringen. Beim Aufschlag nein.
Darf ich gegen meine eigene Wand spielen? Ja, um den Ball ins gegnerische Feld zu bringen.
Wie lange dauert ein Match? Bei zwei Gewinnsätzen zwischen 60 und 90 Minuten.
Wenn dir noch Ausrüstung fehlt: Der Ratgeber zu Padel Kleidung und der zu Padeltaschen decken die beiden Entscheidungen ab, die dein Spiel am meisten beeinflussen.










